Am 15./16.06.2013 hatte ich meine Hessischen Mehrkampfmeisterschaften in Darmstadt. Ich glaube ich war selten so aufgeregt vor einem Wettkampf wie dieses Mal. Ich reiste als Hessenmeister aus den Jahren 2011 und 2012 an und hatte wirklich Schiss, dass ich mich komplett auseinandernehmen lasse. Die Vorleistungen haben mich halt nicht wirklich beruhigen können.
Wie immer in Darmstadt stiegen wir in den Startblock und hatten bei den 100m ordentlich Gegenwind. Nach 11,58s (bei -1,5m/s Wind) war ich im Ziel. Das war schneller als alles was ich diese Saison gezeigt habe. Also konnte ich damit zufrieden sein. Im Weitsprung war es dank dem Wind auch nicht so einfach. Dennoch gelang mir im 2. Versuch ein guter Sprung, der mit 6,55m gemessen wurde. Obwohl es sich laut meinem Trainer um keinen guten Sprung handelte, war im letztlich auch mit dieser Weite äußerst zufrieden. Weiter ging es im Kugelstoßen. Nachdem ich im letzten Wettkampf in Gießen und im Training kein gutes Gefühl mehr bei der Drehstoßtechnik hatte, habe ich mich kurzfristig dazu entschieden, wieder normal anzugleiten. Mit Erfolg. Direkt im ersten Stoß habe ich eine Mehrkampfbestleistung rausgehauen. 13,61m war damit auch der weiteste meiner Versuche und auch hiermit war ich sehr glücklich. Zumal ich froh war, dass mein Arm so gut gehalten hat. Beim Hochsprung lief es dann auch gut. Kein großer Ausreißer nach oben und nach unten, bedeutete 1,78m und damit alles im Soll. Die 400m haben mir dann am meisten Kopfzerbrechen am ersten Tag bereitet. Ich wusste absolut nicht wo ich stehe. Mein Trainer und ich haben uns darauf geeinigt, dass unter 52sek gut wäre. Ende vom Lied: Gut durchgekommen und mit 51,36s eine gelungenen Tag abgerundet. 3512 Punkte bedeuteten hinter einem sehr stark aufgelegten Konstantin Grißmer (3869 Punkte) Platz 2 nach fünf Disziplinen.
Tag zwei begann wieder aus dem Block und somit wieder mit Gegenwind. 110m Hürden liefen gut und ich kam mit 15,65 (bei 2,1 m/s Gegenwind) als erster ins Ziel. Es lief also alles weiter nach Plan und ich befand mich auf einem guten Kurs Richtung 6800 bis 6900 Punkten. Dann kam der Diskuswurf. Am Mittwoch in Wiesbaden noch 43,65m geworfen, habe ich meinen kompletten Zehnkampf in Darmstadt in den Sand gesetzt. Mit erbärmlichen 32,47m habe ich knappe 200 Punkte in einer Disziplin liegen lassen. Das passiert normalerweise über einen ganzen (schlechten) Tag verteilt. Leider war mir das nicht vergönnt. Ich war niedergeschlagen und lustlos und nur noch Vierter. Aber aufgeben war nicht drin. Doch ab da lief es nicht mehr rund. Im Stab hat sich mein Knie gemeldet und es tat einfach von jetzt auf gleich weh. Das Resultat war, dass ich möglichst wenig Sprünge machen und möglichst hoch springen wollte. 3,50m und 3,70m wurden dann auch übersprungen. 3,80m ausgelassen und 3,90m leider nicht mehr gepackt. Kein richtiges Negativergebnis aber 4,00m sollten dann langsam mal fallen. Würde auch dem Kopf gut tun.
Speer war dann die Zitterpartie des Tages. Was macht mein Arm? Hält er den Wettkampf durch? Im Einwerfen wurde mir schnell klar, ich habe genau einen Wurf. Ich war 22 Punkte hinter dem Zweiten. Mein Gedanke war einfach, ob es sich lohnt, dieses Risiko einzugehen und habe mich dazu entschlossen, dass es sich lohnt. Anlauf, Wurf, Aufschrei und Schmerzen der Hölle waren das Resultat. Achja und 52,13m. Der weiteste Wurf bei den Männern. Damit war ich vor dem abschließenden 1500m wieder auf Platz 2 und habe diesen Platz auch verteidigt. Mit 5:04 Minuten kam ich auf 6486 Punkte. Noch nicht optimal, aber ich war letztlich zufrieden. Um zu gewinnen hätte ich meine Bestleistung deutlich verbessern müssen und dafür war ich noch nicht fit genug. Herzlichen Glückwunsch aber an Konny der zwei starke Wettkampftage zeigte und 7129 Punkte machte.
Ich freue mich jetzt auf die Deutschen Meisterschaften in Lage im August. Bis dahin bekommt der Arm eine längere Pause und ist dann hoffentlich wieder komplett ausgeheilt. Ziel immernoch: 7000 Punkte!
Glückwunsch, Kleiner! Super Leistung!
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